Alpaka

Das Alpaka (Lamas pacos) ist heute die bekannteste südamerikanische Camelidae. Ihr Habitat ist wie bei allen anderen südamerikanischen Verwandten  die Andenregion. Vor allem sind sie von Nord-Argentinien und -Chile bis dem Süden Ecuadors verbreitet, wobei die meistens Alpakas sich in Peru befinden.

Mehrere Untersuchungen behaupten, dass die Alpakas vor 6.000 Jahren Ergebnis der Domestizierung der Vikunjas durch die Inkas waren. Andere Theorien bestreiten dies aber. Die Alpakas haben eine Kopf-Rumpf-Länge bis zu 100 cm und eine Höhe von bis zu 150 cm und ein Gewicht von ca. 80 kg. Sie sind nach den Vikunja die kleinste Camelidae.[1] Sie bieten mehr als 17 verschiedene Faserfarben an  von weiß, beige über dunkelbraun und hellgrau bis schwarz. Man unterscheidet 2 wichtige, verschiedene Arten von Alpakas, die Huacayo und die Suri.

 Abb. 15 Alpakas in Peru

Das Huacayo-Alpaka ist die am meisten verbreitete Alpaka-Art mit einem Anteil von 80%. Das Vlies des Huacaya ist sehr dicht und hat eine feine Kräuselung (Crimp).

Das Suri ist mit nur 10% der gesamten Alpakas nicht weit verbreitet. Es unterscheidet sich in Charakter und Haltung nicht von einem Huacaya-Alpaka. Der einzige Unterschied ist seine Erscheinung. Sie besitzen jedoch ein faszinierendes Vlies mit seidenglänzenden, lockigen Haaren.

Die restlichen 10 % der Alpakas sind Kreuzungen mit Lamas, das Misti und das Huarizo. Sie werden hauptsächlich als Arbeitstiere genutzt. Die Fohlen des Alpakas werden auch Cria genannt.

Das Huarizo ist eine Kreuzung eines männlichen Lamas und eines weiblichen Alpakas, während das Misti die Kreuzung eines männlichen Alpakas und eines weiblichen Lamas ist.[2] [3]

Die Vliesernte eines durchschnittlichen Alpakas liegt bei durchschnittlich 3 kg jährlich. Sie besteht aus Unterhaaren und Grannenhaaren. Letztere sind viel feiner die des Lamas. Die Alpakafaser ist weich, warm und langlebig. Ein großer Anteil der Fasern hat einen Markkanal, der für die Leichtigkeit und die Isolierungseigenschaften verantwortlich ist. Im Vergleich zu anderen südamerikanischen Camelidae sind sie preiswert. Sie sind von der Qualität her ähnlich wir Kaschmirfaser. Alpakawolle ist nach Kaschmir- und Merinowolle das beliebteste tierische Naturstrickgarn[4].

Südamerikanische Spinnereien unterscheiden folgende verschiedene Faserqualitäten im Vlies.

Tab. 4.[5] Qualitätsmerkmale der Alpakafasern

 

Royal

Baby

Superfine

Huarizo

Gruesa

Mixed pieces

Feinheit (μ)

unter 19,5

unter 22,5

unter 26

31,5

34,0

33,0

Rendement (%)

1,00

9,00

39,00

51,00

 

Für die Endverbraucher sind 4 verschiedene Qualitäten zu unterscheiden: Die Superfine, Babyalpaca, Suri und Royal.

In der Qualität Superfine findet man Fasern unter 26 Mikronen. Sie ist eher ein allgemeiner Begriff, da dort auch Fasern der Qualität Baby und Royal zu finden sind. Babyalpaca ist die Bezeichnung für die Fasern, die aus unter einem Jahr alten Alpakas stammen. Die Royal-Qualität ist die Bezeichnung für Fasern unter 18,5 Mikronen. Die Qualität ist von Babyalpaka nur mikroskopisch zu unterscheiden. Die Qualität Suri, rührt von den Suri-Alpakas her.

Laut EU-Textilverordnungsgesetzt dürfen Erzeugnisse aus Alpakafaser nur als Alpaka, Alpakawolle oder Alpakahaar gekennzeichnet genannt. Andere Qualitätsmerkmale wie z.B Babyalpaka dürfen nur zusätzlich genannt werden.[6]

Technische Daten

Die Alpakafaser hat eine Feinheit von 5,44 dtex und eine durchschnittliche Faserlänge von 64,9 mm.

Die Baby- und Superfine-Qualität wurden zum Vergleich genauer unter dem Rasterelektronenmikroskop untersucht. Die Superfine zeigte einen durchschnittlichen Durchmesser von ca. 22 Mikronen, während bei der Baby-Qualität einen Durchmesser von 18,5 Mikronen nachgewiesen wurde. 

Die Prüfung  der Zugkraft ergab im trockenen Zustand eine Höchstzugkraft von 9,37 cN und eine maximale Dehnung von 36,78%. Sie ist damit im trockenen Zustand dehnbarer als die Lamafaser, aber es reicht für den Bruch eine niedrige Zugkraft.

 

[1] www.alpakas-am-frauenstein.de

[2] Silk, Mohair, Cashmere and other Luxury Fibres (2000); ISDN 1 85573 540 7

[3] Nordfarm Schweiz; www.nordfarm.ch

[4] Umfrage; Pascuali;  Facebook 04.08.2012

[5]  Resultados y Lecciones en Producción de Fibra de Guanacos en Magallanes; 2008;  ISBN 978-956-328-008-1

[6] EU-Textilverordnungsgfesetzt;  ISSN 1977-0642

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Autor: Paul Björn Pascuali
 
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